Lilien

Lilie

Lilie

Lateinischer Name, andere Bezeichnung: Lilium

Unter dem Begriff Lilien sind rund 100 Zwiebelpflanzen-Arten zusammengefasst, die der Lilium Familie angehören. Lilien haben ihre Heimat vor allen Dingen im Himalaya und in China. Die Zwiebeln sind etwas anders aufgebaut als das bei anderen Zwiebelpflanzen der Fall ist, denn die Schuppen umschließen sich nicht gegenseitig. Der Aufbau von Stängeln und Blättern kann je nach Lilienart von grasartig bis sehr breit variieren, wobei die Blätter entweder wirtelig oder spiralförmig angeordnet sind. Der Blütenstand besteht aus sechszähligen Blättern, deren Kronblätter stark zurückgebogen sind. Die Lilienblüten sind einzeln oder zu mehreren angeordnet, können aufrecht stehen, herabhängen oder eine leicht nickende Haltung annehmen. Durch vielfache Kreuzungen decken Lilien fast die ganze Farbpalette ab.

Viele Lilienarten werden mit religiösen oder mystischen Hintergründen verbunden. Ein gutes Beispiel dafür ist die reinweiße, duftende und allseits beliebte Madonnenlilie. Sie steht heute noch als Symbol der Reinheit, da sie als Blume der Jungfrau Maria galt. Mittelalterliche Lilien galten als Friedenssymbol.

Lilien geben hervorragende Schnittblumen für den Blumenstrauß ab. In der Floristik werden sie oft zu Traueranlässen zu Sträußen oder Kränzen gebunden, was ihnen leider den wenig schmeichelhaften Ruf der Totenblumen eingebracht hat.

Aufzucht:
Lilienzwiebeln sind im Gartenfachhandel, bei Gartenversendern, in den Pflanzenabteilungen vieler Baumärkte und Supermarktketten sowie in Gärtnereien erhältlich. Oft werden Lilien, vor allem die asiatischen, auch als Topfware zu einem Preis von rund 5 Euro angeboten.

Während die Zwiebeln vieler anderer Blumen zur Überwinterung oder zum Verbringen an einen neuen Standort ausgegraben werden, sollten Lilienzwiebeln stets am selben Platz bleiben. Deren Zwiebeln verfügen nämlich nicht über eine Schutzhülle, weshalb sie auf ständigen Standortwechsel empfindlich reagieren. Jahrelang am selben Standort, vermehren sich die Zwiebeln über Zwiebelschuppen oder durch Ableger der Hauptzwiebel. Eine Vermehrung über Samen ist ebenfalls möglich. Manche Arten bilden auch Brutzwiebeln aus.

Lilienzwiebeln können im Frühling oder im Herbst gesetzt werden, der beste Zeitpunkt für Madonnenlilien ist der September. Beim Pflanzen sollten die jeweiligen Bodenansprüche der Art berücksichtigt werden. Je nach Art benötigen sie einen eher basischen oder sauren Boden. Ein gutes Gedeihen kann durch entsprechende Düngung beeinflusst werden. Wichtig für alle Lilienarten ist ein gut durchlässiger Boden, notfalls sollte vor dem Setzen der Zwiebel eine Drainageschicht ins Pflanzloch gegeben werden. Der Standort sollte sonnig, die Wurzeln aber stets kühl sein. Das bedeutet, dass die Zwiebeln sehr tief, mindestens 10 Zentimeter in den Boden gesetzt werden müssen. Eine Ausnahme bildet die Madonnenlilie, ihre Zwiebel sollte so gesetzt werden, dass die Spitze sich in Höhe des Bodens befindet.

Lilienstrauß

Lilienstrauß

Phasen:
In der Regel sind Lilien frosthart. Bei manchen Arten ziehen die Blätter und Stängel den Winter über ein, viele Arten bleiben jedoch wintergrün. Im Frühjahr treiben die Pflanzen neu aus. Die Blütezeit liegt je nach Art zwischen Frühsommer und Spätsommer. Nach der Blüte entwickeln sich die Samenknospen. Ist keine Vermehrung über Samen erwünscht, sollten die Blütenansätze nach der Blüte entfernt werden.

Wasser, Licht:
Lilien benötigen einen sonnigen Standort, nur wenige Arten kommen auch an einem schattigen Platz gut zurecht. Alle Lilienarten reagieren empfindlich auf Staunässe, weshalb eine gute Drainageschicht unverzichtbar ist. Während der Blüte werden die Lilien öfter gegossen, nach der Blüte kann das Gießen langsam reduziert bzw. ganz eingestellt werden. Das gilt insbesondere für Topflilien, die in einem kühlen Raum überwintern sollen. Topflilien werden ab Februar in frisches Substrat gesetzt, an einem hellen Standort platziert und mäßig gegossen.

Temperatur, Düngung:
Lilien sind weitgehend frosthart, sie benötigen keinerlei Winterschutz. Lediglich Topflilien sollten den Winter nicht im Freien verbringen, sondern in einem kühlen, frostfreien Raum überwintert werden. Ansonsten mögen Lilien einen warmen Kopf (viel Sonne), aber kalte Füße (tief pflanzen). Die Düngung sollte auf die jeweiligen Bodenansprüche der Lilie abgestimmt werden. Manche Arten sind Kalkflieher, während andere einen basischen Boden zum guten Gedeihen brauchen.